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USA – Mit KISS zum erfolgreichen Deal

Anything goes – wenn man weiß wie.

„Great“, „wonderful“, „excellent“ – in den USA darf grenzenlos übertrieben werden. So seltsam das für europäische Ohren auch manchmal klingen mag, der US-amerikanische Smalltalk verlangt geradezu nach Superlativen. Zwangloses Plaudern ist es auch, was europäischen Geschäftsleuten den Weg zu einem Vertragsabschluss ebnen kann. Denn erst nach dieser „Aufwärmphase“ sind die US-Amerikaner bereit, ordentlich Nägel mit Köpfen zu machen. „Keep it short and simple“ (KISS) und „Time is money“ lauten die Devisen, die das US-Business prägen. Schnelle Entscheidungen zu treffen, gilt als besonders kompetent.

Ein breites Lächeln auf den Lippen, ein sympathischer Handschlag, die vielversprechende Anrede beim Vornamen und womöglich gar eine Einladung zu einer gemeinsamen Unternehmung – lassen Sie sich vom „ersten Mal“ mit Ihrem Geschäftspartner nicht blenden. Ihr Gegenüber sucht keinen Freund fürs Leben, das ist beinharte Geschäftskultur.

Diese wird auch modisch gelebt. „Dressed for success“ – für Männer heißt das dunkle Anzüge (niemals aus Polyester) mit Krawatte, Damen können mit klassischen Kostümen oder Hosenanzügen (immer mit Strumpfhosen) bei Meetings nichts falsch machen.

Brillieren beim Geschäftsessen
Wichtige Geschäftsessen erfolgen meist abends. Bei Einladung zahlt der Gastgeber, ansonsten jeder für sich. Kein Trinkgeld zu geben, würde auf vollkommenes Unverständnis stoßen. Mobiltelefone sind bei Tisch im Übrigen tabu, ein klingelndes Telefon wird als Nichtachtung empfunden. Lassen Sie sich nicht von den etwas anderen Tischmanieren irritieren: Ein Steak vorzuschneiden, das Messer dann abzulegen und die Gabel in die rechte Hand zu nehmen, ist sehr gebräuchlich. Die linke Hand ruht derweilen am Schoß. Nachahmen ist aber zum Glück kein Muss. Nach dem Essen wird meist sofort gezahlt und an die Bar gewechselt.

Genaue Zeitpläne und exakte Tagesordnungspunkte prägen Verhandlungen. Pünktlichkeit ist dabei ein absolutes Muss. Selbstbewusstes Auftreten wird sehr geschätzt. Zur Diskussion steht nur, was vorher schriftlich fixiert wurde. Interessant: In einem Konferenzraum gilt der Platz rechts neben dem Vorsitzenden meist als der wichtigste. Wer bei Besprechungen nicht weiß wohin mit seinen Händen, formt am besten eine lockere Pyramide (wie beim Beten), das lässt Sie kontrolliert und überlegt wirken. Hände weg von der Feigenblattposition über dem Schoß!

Unser Tipp: Offene Kritik könnte tödlich sein. Nützen Sie die äußerst wirkungsvolle Formel des „Yes, but…“. Sie kommt hundertprozentig besser an als ein plumpes „No“.