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Arabischer Raum – Auch im Big Business wird gefeilscht

Handeln – im edelsten Sinn des Wortes.

Von Marokko über Ägypten bis Katar spannen sich die Länder des arabischen Raumes. Trotz ihrer Verschiedenheit verbinden diese Nationen zwei ganz wesentliche Faktoren – der Islam und die große Bedeutung von persönlichen Beziehungen, die beide auch ganz stark ins Geschäftsleben hineinspielen. „Business is personal“ lautet nicht umsonst die inoffizielle Devise in diesen Nationen. Wer hier Geschäfte machen will, muss zunächst einmal akzeptiert werden und zwar als „Gesamtpaket“. Ein gutes Produkt alleine reicht nicht, die „Aufnahme“ in die „Familie“, die auch im Geschäftsleben eine ganz wesentliche Rolle einnimmt, lässt sich mithilfe von Konsequenz, Offenheit und Interesse an Land und Leuten erarbeiten. Ein Geschäftsbesuch pro Jahr reicht dafür definitiv nicht aus.

Unser Tipp: Lassen Sie sich bei der ersten Geschäftsanbahnung von einem angesehenen Mittelsmann unter die Fittiche nehmen! Dessen Reputation wird sich auch auf Sie übertragen, zumindest im ersten Moment, danach müssen Sie natürlich Ihre Persönlichkeit und auch Ihre beruflichen Qualifikationen selber unter Beweis stellen.

Ganz alltägliche Handgriffe können in kulturell und gesellschaftlich anders geprägten Ländern zu peinlichen Auftritten führen, die jede noch so gute Geschäftsanbahnung zunichte machen. Die Aneignung eines Basis-Know-how ist deshalb unumgänglich. Für weibliche Verhandlungsführerinnen aus dem Westen gilt: Lange Röcke oder Hosenanzüge tragen und bitte nicht wundern, wenn man „nur“ mit einem Kopfnicken begrüßt wird. Das ist ein Zeichen des Respekts. Männliche Chefs hingegen sollten Frauen des Landes nicht von sich aus die Hand reichen, außer der Impuls geht von der Dame aus. Einladungen nimmt man übrigens erst beim dritten Mal an. Das große „Zieren“ ist ein ganz wesentlicher Teil der vom Islam geprägten Kultur. Es gehört wie das Feilschen auch im Big Business zum (Geschäfts-)Leben dazu.

Gegessen wird ausschließlich mit der rechten Hand, da die linke als unrein gilt. Besteck werden Sie zwar nicht immer, aber oft vergeblich suchen. Brotstücke ersetzen dieses. Diese werden korrekterweise immer nur einmal in den Teller getaucht und dann mitgegessen. Besondere „Fallen“ lauern im Fastenmonat Ramadan. In dieser Zeit sollte tagsüber in der Öffentlichkeit weder geraucht noch gegessen oder getrunken werden. Beim Umgang mit Alkohol halten Sie sich einfach an Ihren Gastgeber. Nicht alle beachten das strenge Alkoholverbot des Islam.

Unser Tipp: Die Kommunikation ist oft sehr körpernah, gestenreich, blumig und ausschweifend. Weichen Sie nicht zurück und kommen Sie auch selbst nicht immer gleich auf den Punkt, das gilt als äußerst unhöflich.