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Gar nicht so unbegrenzt, diese USA

Offen, frei und für alle „Schandtaten“ bereit: Dieses Bild haben viele von den USA im Kopf. Wirft man jedoch einen genaueren Blick über den Ozean, wird man eines besseren belehrt. Knigge2day hat die wichtigsten No-Gos im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zusammengefasst.

  •  Eines gleich vorweg, je nachdem in welchen Bundesstaat Sie reisen, werden Sie unterschiedliche Gesetze vorfinden. Machen Sie sich im Vorfeld über die Gebräuchlichkeiten schlau!
  •  Überall gleich präsentiert sich das Szenario an internationalen Flughäfen: Penibelste Sicherheitschecks inklusive Fingerabdrucknehmen, Filzen und bohrenden Fragen. Cool bleiben und mitmachen, so gestaltet sich die Einreise am einfachsten!
  •  Rauchen ist in den USA offiziell verpönt und an öffentlichen Orten auch verboten. Die Zahl der Raucher zeigt jedoch, irgendwo wird geraucht. Orientieren Sie sich am besten an den Einheimischen!
  • Ein ähnlicher Umgang wie mit dem Rauchen wird auch mit öffentlichem Alkoholkonsum gepflegt – er ist fast in allen Bundesstaaten verboten. Viele laufen deshalb mit in Tüten verpackten Flaschen („brown bagging“) auf den Straßen herum. Verkauft wird Alkohol meist in sogenannten „Liquor Shops“. Die Ahndungen bei Verstößen sind von Staat zu Staat verschieden. Achtung, auch im Auto (außer im Kofferraum) darf kein Alkohol mitgeführt werden!
  • Keinen Spaß kennen die US-amerikanische Gesetze im Bezug auf Drogen. Auch der Besitz von wenigen Gramm „Gras“ kann einen Gefängnisaufenthalt zur Folge haben. Finger weg davon!
  • Waffen gehören in manchen Bundesstaaten zu jedem Haushalt – zur eigenen Verteidigung sozusagen. Insgesamt gibt es rund 20.000 Gesetze allein den Waffenbesitz betreffend. Offiziell eine Waffe kaufen dürfen nur Einheimische und Einwanderer mit Green Card und Waffenschein.
  •  Lebensgefährlich können für Unwissende Verkehrskontrollen sein. Werden Sie von der Polizei angehalten, niemals ohne Aufforderung aussteigen. Die Hände legen Sie am besten gut sichtbar auf das Lenkrad und warten auf die Anweisungen des Polizisten. Auch Mitfahrende sollten nicht in etwaigen Taschen herumkramen!
  •  Im Restaurant darf man sich keinesfalls einfach selber einen Platz suchen! Man wartet bis einem der Kellner einen Platz zuweist. Hat man einen Sitzplatz, bleibt man meist nur solange das Essen dauert. Ewig langes Tratschen nach dem Essen inklusive Alkoholkonsum kennen die US-Amerikaner in dieser Form nicht.
  • Beglichen wird die Rechnung für gewöhnlich für den ganzen Tisch und mit Kreditkarte. Ein „Tip“ von zehn Prozent ist ein Muss. Das Servicepersonal lebt quasi vom Trinkgeld.
  •  „Guten Appetit“ oder „Mahlzeit“ zu sagen, ist unüblich und wird auch keinesfalls erwartet. Suchen Sie erst gar nicht nach einer passenden Übersetzung!
  • Zuviel bestellt? Kein Problem, sich den Rest des Essens in sogenannte „Doggy Bags“ packen zu lassen ist die Norm.
  • „All you can drink“ wird in Coffeeshops großgeschrieben. Man bezahlt für den ersten Kaffee und darf sich dann so oft man will nachschenken (lassen).
  •  Bei uns gilt es als unhöflich, in den USA nicht – Gähnen ohne sich die Hand vor den Mund zu halten ist gesellschaftsfähig.
  • An die Grenzen der Illegalität hingegen stößt man in den meisten Bundesstaaten mit entblößtem Busen am Strand. Nicht einmal Kinder dürfen nackt baden. US-amerikanische Prüderie at it’s worst!
  • Prüderie versteckt sich auch in der Kunst Dinge nicht beim Namen zu nennen. „Toilet“ etwa gilt als verpöntes Wort. Fragen Sie alternativ nach dem „restroom“ oder „bathroom”
  •  Auch wenn uns US-amerikanische Rapper und Filme etwas anderes vorgaukeln, fluchen ist in den USA gar nicht schick. Vor allem die breite Mittelschicht hält sich dabei vornehm zurück.
  •  Lernen Sie einen US-Amerikaner kennen wird er sich „very friedly“ präsentieren. Vorstellen tut man sich mit dem eigenen Vornamen und der (Konter-)frage „How are you?“ Dies ist nie die Aufforderung zum Seelenstrip. Ein einfaches „I’m fine, thanks“ reicht. Ein fester Händedruck begleitet meist den Erstkontakt.
  • Die präsentierte Offenheit der US-Amerikaner ist im Normalfall nur oberflächlich. Sie sind generell ein sehr höfliches Volk, das Kontroversen vermeiden will. Die „ehrliche europäische Offenheit“ ist teils zu viel des Guten. Üben Sie sich in netten Umschreibungen, sollten Sie Ihre Kritik äußern wollen! Themen wie Sex, Politik und Religion sind im Smalltalk tabu.
  • Private Einladungen, die beiläufig ausgesprochen werden, erhalten erst ihre Gültigkeit, wenn Ort und Zeitpunkt festgelegt werden. Ansonsten ist es höfliches Geplänkel. Statten Sie tatsächlich jemandem einen Besuch ab, erfreuen sich Gastgeber über echten Kitsch aus „good old Europe“.
  • Viele US-Amerikaner verlassen niemals ihr Land, besitzen auch gar keinen Reisepass. Das Wissen über Europa und den Rest der Welt ist teils mickrig oder gar haarsträubend. Erwarten sie sich auf keinen Fall Fremdsprachenkenntnisse. Lassen Sie sich jedoch gerne eines Besseren belehren!
  • Rund zehn Minuten verspätet bei einer Verabredung zu erscheinen, gilt als gesellschaftsfähig und ist auch durchaus üblich.
  • Achtung bei der Schreibung von „1“! Die Zahl wird als simpler Strich geschrieben. Halten Sie sich daran, um eine Verwechslung mit der „7“ zu vermeiden.
  •  Für Ihren Einkauf im Supermarkt sollten Sie wissen, dass auf die ausgeschriebenen Preise die sogenannte „sales tax“ aufgeschlagen wird. Sie variiert von Bundesstaat zu Bundesstaat und kann bis zu 15 Prozent ausmachen.
  •  Last but not least zum Verhalten im Lift: Niemals jemanden anstarren, andere berühren, laut am Telefon sprechen oder gar jemanden ansprechen. Richten Sie die Augen am besten auf die Tür oder den Boden.