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Business in Norwegen – „Danke“, aber nicht „für alles“

Welche Besonderheiten Land und Kultur noch auf Lager haben, weiß knigge2day.

Als besonders tolerantes Volk werden die Norweger gerne von der Welt gesehen.
Flache Hierarchien prägen, wie in anderen nordeuropäischen Staaten, die norwegische Gesellschaft – natürlich auch im geschäftlichen Bereich. Auf die korrekte Anrede samt Titel(n) und Nachnamen verzichten die Norweger im Business dennoch nicht. Ein Handschlag ist nur beim ersten Treffen üblich oder wenn man sich länger nicht gesehen hat.

Da großer Wert auf Gleichberechtigung gelegt wird, findet man in den norwegischen Chefetagen auch viele Frauen. Egal welches Geschlecht, bei Verhandlungen sollten Sie Ihre Partner schriftlich festzunageln versuchen. Auch in unseren Ohren fixe Zusagen, entpuppen sich ansonsten oft als relativ lockere Abmachungen. Besonderes wichtig ist auch pünktliches Erscheinen zu Terminen, Zuspätkommen gilt als äußerst unhöflich.

Wer sein Wochenende liebt ist in Norwegen gut aufgehoben, denn für Geschäftliches sind diese tabu, ebenso wie Termine nach 16 Uhr.

Tabuthemen beim Smalltalk
Tabuthemen beim Smalltalk gibt es natürlich auch in Norwegen. Solche wären etwa die europäische Integration, Alkohol sowie die Infragestellung der Monarchie. Auf wenig Verständnis stoßen Sie, wenn Sie über Ihr eigenes Heimatland schimpfen. Da enden Toleranz und Humor. Letzteren vermisst man in Norwegen immer wieder, vor allem über sich selber wird selten gelacht. Andererseits sind Fragen zu Politik und Wahlverhalten durchaus legitim. Gerne wird auch über berühmte Schriftsteller, Komponisten oder die wunderschöne norwegische Landschaft gesprochen.

Schweigsamkeit wird mit Klugheit verbunden und ist somit attraktiv. Als besonders unhöflich gilt wildes Gestikulieren, Ungeduld, Drängeln und lautes Gebaren im Allgemeinen. „Danke“ kann man, wie in Schweden auch, nicht oft genug sagen. Vorsicht jedoch in der Kombination mit „für alles“. Das ist ein fixer Ausdruck auf Grabsteinen und Kranzschleifen. In öffentlichen Gebäuden und Bahnhöfen gilt im Übrigen ein strenges Rauchverbot.

Business Dresscode
Die Kleidung in norwegischen Büros ist formell und dunkel gehalten, der Business-Dresscode eher konservativ. Männer greifen am besten zu dunklen Anzügen und Krawatte, Frauen zu Hosenanzügen oder Kleidern. Ein moderner Schnitt und qualitativ hochwertige Stoffe sind entscheidend. Generell gilt: Understatement ist besser als Auffälligkeiten.

Bei Einladungen zum Essen bei Geschäftspartnern zuhause ist es nicht ungewöhnlich, wenn auch der Gast beim Decken und Abräumen mit anpackt. Mit dem Essen gestartet wird erst, wenn der Gastgeber beginnt. Eingeleitet kann dies durch ein kleine Rede oder einen Toast werden. Scheuen Sie nicht davor, selber einen Trinkspruch auf den Gastgeber zum Besten zu geben. Eine norwegische Besonderheit ist, dass jedes Gericht (auch Sandwiches) mit Besteck gegessen wird. Ist man fertig, legt man es mit den Zacken nach unten auf den Teller. Während der Mahlzeit wird meist nicht über das Geschäft gesprochen. Wichtig: In Privatwohnungen ziehen sich alle ausnahmslos die Schuhe aus!
Gehen Sie mit Ihren Geschäftspartnern in ein Restaurant, beachten Sie, dass Trinkgeld kein Muss ist und teils sogar als peinlich empfunden wird. Die Summe aufzurunden ist aber in Ordnung.

Unser Tipp: Sparsamkeit gilt in Norwegen als Zeichen für Armut. Wer knausert, erscheint also nicht im besten Licht.