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Vorstellungsgespräch: Der richtige Auftritt

Bewerbungsgespräch – das Gesamtpaket zählt.

Ihre Bewerbungsunterlagen wurden gutgeheißen und Sie zu einem Gespräch eingeladen. Knigge2day weiß, wie Sie die nächste Runde auf dem Weg zum neuen Job mit Bravour überstehen.

Generell gilt: Auftreten, Outfit und der bisher eingeschlagene Bildungsweg sollen ein harmonisches Ganzes bilden. Beachtet man dann noch einige wenige Verhaltensregeln während des Bewerbungsgespräches, dürfte der Weg zur anvisierten Stelle frei sein.

Mit Pünktlichkeit punkten: Wer zur rechten Zeit zum Treffen erscheint, darf bereits die ersten Bonuspunkte kassieren. Eine Verspätung lässt wenig Respekt dem Gegenüber durchscheinen. Andererseits gilt es auch als unhöflich, viel zu früh zu einem Termin zu erscheinen: Maximal fünf Minuten früher in kleineren Unternehmen, bei größeren eine Viertelstunde vor dem Termin beim Empfang melden. Planen Sie vorsichtshalber einen Puffer ein, um im Falle eines Staus trotzdem noch genügend Zeit zu haben.

Was ziehe ich zum Bewerbungsgespräch an? Die Antwort hängt vor allem von der Stelle ab, für die Sie sich bewerben. Während ein Manager nicht um Anzug und Krawatte herumkommen wird, wäre ein Arbeiter oder Lehrling damit wohl „overdressed“. Wie auch immer, die Kleidung sollte sauber, nicht abgetragen und die Schuhe geputzt sein. Ungepflegte Hände oder fettige Haare sind tabu. Verkneifen Sie sich nach Möglichkeit auch die Zigarette kurz davor, damit Sie nicht in einer Rauchwolke vor Ihrem neuen Arbeitgeber erscheinen. Damen sollten im Business keinesfalls zu sexy auftreten, achten Sie insbesondere auf die Rocklänge und vermeiden Sie tiefe Ausschnitte. Auch werden High Heels und allzu knallige Farben nur selten mit Kompetenz assoziiert. Den Herren wird grundsätzlich zu gedeckten Farben geraten, vorzugsweise grau, dunkelblau oder schwarz. Als passende Accessoires eigenen sich zum Outfit passende Handtaschen für Damen bzw. Aktentaschen für Herren. Rucksäcke kommen meist nicht so gut an.

Mit guten Manieren beeindrucken Sie auch, wenn Sie auf dem Weg zum Bewerbungszimmer die anderen Mitarbeiter freundlich grüßen. Ein kleines Lächeln auf den Lippen sollte zur „Basisausstattung“ während des gesamten Aufenthaltes gehören.

Ein Händedruck mit Maß, ein Blick in die Augen des Gegenübers und ein freundliches „Guten Tag“ mit der Nennung seines Namens – so sollte der Erstkontakt mit dem Gegenüber aussehen. Das Zeichen zum Händedruck gibt das Gegenüber. Nennen Sie an dieser Stelle auch Ihren eigenen Namen, falls dieser noch nicht erwähnt wurde. Im Zimmer des Bewerbungsgespräches angekommen, darf man sich keinesfalls einfach hinsetzen, sondern man wartet, bis man dazu aufgefordert wird. Kommt die Aufforderung nicht, kann man kurz nachfragen, wo man es sich bequem machen darf. Gibt es mehrere Sitzplätze und obliegt Ihnen die Qual der Wahl, nehmen Sie den Platz gegenüber dem Ihres Gesprächspartners ein.

Der erste Eindruck zählt. Vermasselt man diesen, ist eine Einladung in die zweite Runde wohl nicht zu erhoffen. Deshalb sollte man jedenfalls gut über das Unternehmen informiert zum Erstgespräch gehen. Durch Fragen, Zuhören und Eingehen auf das Gesagte wird echtes Interesse an der Stelle und auch am Unternehmen signalisiert. Gleichzeitig sollte man versuchen, seine eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu präsentieren. Hier zählt jedoch meist vornehme Zurückhaltung mehr. Ihr Können haben Sie schließlich ja bereits im Lebenslauf zur Genüge geschildert. Prahlereien über sich selbst sind ein absolutes Tabu, gleiches gilt für falsche Darstellungen. Achten Sie darauf, Blickkontakt herzustellen und zu halten. Menschen, die Blicken ausweichen, wird oft fehlendes Selbstvertrauen unterstellt.

Viele Jobanwärter scheitern, weil sie die Annonce nicht richtig gelesen haben. Will ich die Stelle überhaupt und warum? Antworten zu diesen und weiteren Fragen (Stärken, Schwächen, berufliche Zukunftsvorstellungen, Flexibilität, Freizeitbeschäftigungen, Gründe für den Arbeitsplatzwechsel, Umgang mit Kritik, Gehaltsvorstellungen, etc.) sollten Sie für sich selbst im Vorhinein bereits zu beantworten versuchen, um beim Gespräch nicht um eine Antwort verlegen zu sein.

Dabei empfiehlt es sich, sich selbst treu zu bleiben und nicht nur das zu sagen, was das Gegenüber vielleicht gerne hören könnte. Überlegen Sie ruhig kurz, bevor Sie antworten. Zu schnell formulierte Aussagen wirken oft aufgesetzt. Auch auf mögliche unangenehme Fragen sollten Sie ruhig und gefasst antworten. Lassen Sie sich dadurch auf keinen Fall verunsichern.
Seien Sie sich durchaus auch darüber bewusst, dass Sie auf gewisse Fragen (z.B. Partei- oder Religionszugehörigkeit, sexuelle Ausrichtung, Kinderwünsche, etc.) nicht antworten müssen.

Wenn Sie Ihrerseits Fragen zu der Stelle haben, sollten Sie diese mit Ihrem Gesprächspartner besprechen. Je nach Unternehmen wird etwa die Urlaubsgenehmigung unterschiedlich gehandhabt oder variieren die gewöhnlichen Arbeitszeiten. Etwas vorsichtiger sollten Sie bei Themen wie Krankheitsbescheinigung oder Zuspätkommen vorgehen. Ihr potentieller Arbeitgeber könnte daraus falsche Schlüsse ziehen.  

Achten Sie während Ihrer gesamten Unterhaltung auf Ihre Körpersprache. Diese sagt mehr über Sie aus, als Sie vielleicht denken. Ein selbstbewusster Auftritt beinhaltet unter anderem einen geraden, jedoch nicht steifen Rücken, ein freundliches und entspanntes Lächeln im Gesicht und dass Sie Ihrem Gegenüber immer wieder in die Augen schauen. Während des Gespräches nicht nervös herumfingern und am besten eine Position zentral am Sessel einnehmen. Die Hände vor dem Körper zu verschränken wirkt abweisend. Stimmlich empfiehlt sich eine normale, gefestigte Lautstärke und ein wohl temperiertes Gesprächstempo.

Zum Ende des Gespräches ist es Ihr gutes Recht, nachzufragen, wann Sie mit einer Entscheidung rechnen dürfen. Stehen Sie erst auf, wenn Ihr Gegenüber aufgestanden ist und beginnen Sie, Ihre mitgebrachten Unterlagen (Schul- und Arbeitszeugnisse, Notizen, etc.) erst dann einzuräumen, wenn das Gespräch wirklich vorbei ist.

Unser Tipp: Schalten Sie Ihr Mobiltelefon vor dem Gespräch ganz aus. Auch auf „lautlos“ gestellte Geräte könnten Sie durch Vibrieren unnötig vom Geschehen ablenken.