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Du oder Sie?

Du oder Sie? Wer bietet das Du-Wort an? Darf es abgelehnt werden?

Die Grenzen zwischen förmlichem „Sie“ und freundschaftlichem „Du“ haben sich in den letzten Jahrzehnten verschoben. Das „Du“ ist eindeutig auf dem Vormarsch. Das empfinden viele Menschen als angenehm: „Es arbeitet sich leichter“, „Es redet sich leichter“ ist dann oft zu hören. Weniger oft hört man die negativen Seiten: Unklare Verhältnisse und Unsicherheit führen zu Missverständnissen im Umgang. Ganz davon abgesehen, dass aus „Es redet sich leichter“ schnell ein „Es schimpft sich leichter“ werden kann. Ob „Du“ oder „Sie“ – Höflichkeit gehört in jedem Fall zur Grundausstattung, beruflich wie privat. In beiden Situationen gibt es klare Regeln: Das berufliche „Du“ wird vom Ranghöheren dem Rangniedrigeren angeboten. Im privaten Umfeld gilt dieselbe Regel wie bei der Begrüßung: Die Dame bietet das Du-Wort dem Herrn, der Ältere dem Jüngeren an. Treffen zwei Personen des gleichen Ranges aufeinander, etwa zwei gleich alte Damen oder zwei beruflich gleichrangige Arbeitskollegen, so steht es beiden offen, das Du-Wort anzubieten.

In der Regel löst ein angebotenes Du-Wort ein Gefühl der Freude, ja auch der Anerkennung aus, vor allem, wenn es klar ersichtliche Rangunterschiede gibt. Das plötzliche Du-Wort kann Menschen aber auch überfordern und verunsichern. Dann ist es besser, es abzulehnen. Die Frage ist: Wie kann ich das tun, ohne respektlos zu erscheinen? Hier ist vieles von der Situation und von der Beziehung abhängig, in der zwei Menschen zueinander stehen. Zwei Schritte sind jedoch in jedem Fall unerlässlich: Bedanken und begründen. Der Dank signalisiert Respekt für das Gegenüber, die Begründung verhindert seinen Gesichtsverlust und garantiert eine weitere störungsfreie Kommunikation. Gerade der Verweis auf den Respekt vor einer Person ist einer jener Gründe, warum ein Du-Wort abgelehnt werden kann. Auch die strikte Trennung von privatem und beruflichem Bereich ist ein Argument. Eines ist aber wichtig: Ist das Du-Wort einmal angenommen, dann bleibt es auch dabei. Eine Rücknahme ist ein offener Affront und hat empfindliche Folgen für das Verhältnis zwischen zwei Menschen. Und eines versteht sich von selbst: Ein einseitiges Du ist respektlos!

Unser Tipp: Sprechen Sie vor Dritten Ihre Mitarbeiter und Kollegen, mit denen Sie per Du sind, immer mit ihrem Familiennamen an: Dies wahrt die nötige Distanz und zeugt von angemessenem Respekt.