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Die Ballsaison

Alles Walzer

Alljährlich beginnt im Herbst der große Ballreigen, aber auch außerhalb der Kernzeit wird zunehmend zum Tanz gebeten. Neben den Höhepunkten wie dem berühmten Opernball oder dem Life-Ball veranstalten etliche Schulen, Pfarren oder Berufsgruppen kleinere Bälle.

Vorbereitungen

Ist Ihr Ballkalender schon recht voll, sollten Sie rechtzeitig an die wichtigsten Dinge denken. Allen voran: Die Wahl der Ballrobe. Entscheide ich mich für eine Neuanschaffung oder kann ich aus dem vorhandenen Fundus schöpfen? Wie Sie sich auch entscheiden – warten Sie nicht zu lange! Denn gerade bei der Neuanschaffung einer maßgeschneiderten Garderobe muss ausreichend Zeit für eventuell notwendige Änderungen eingeplant werden.

In Zeiten des wechselnden Körpergewichts ist für Damen und Herren die exakte Passform immer ein Thema. Nehmen Sie nicht das Risiko eines zeitgerechten Hineinfastens auf sich! Auch die passenden Accessoires wie Schuhe, Strümpfe, Schmuck oder Abendtäschchen sollten nicht am letzten Tag zusammengewürfelt werden. Zeit brauchen auch die letzten Vorbereitungen wie Friseur, Kosmetik (rechtzeitige Terminvereinbarung nicht vergessen!) und das Ankleiden an sich. Hasten Sie nicht im letzten Augenblick aus dem Büro. Gönnen Sie sich ein paar Stunden der Einstimmung und sollten Sie schon bei den Vorbereitungen mit Müdigkeit kämpfen, wirkt ein kleines Schläfchen Wunder!

Als Veranstalter steht man bereits am Anfang einer großen Fülle an Aufgaben gegenüber. Hier sollte unbedingt ein Zeitplan vorliegen und wenn möglich nach Helfern gesucht werden. Die wichtigsten Punkte umfassen Motto, Einladungen, Veranstaltungsort, Dekoration, musikalische Untermalung, Kleiderordnung, Gästelisten etc. All diese Faktoren sollten aufeinander abgestimmt sein und dazu beitragen, die Besucher zu erfreuen. Vor allem im Bereich Einladungen ist die Art und Größe der Veranstaltung zu beachten. Ein Feuerwehrball einer Dorfgemeinschaft wird etwa durch Aushang oder Annoncen angekündigt, während bei gehobenen Bällen persönliche schriftliche Einladungen ergehen.

Ablauf

Grundsätzlich gilt: Je größer der Ball, desto wichtiger das Protokoll. Erfolgt die Anfahrt mit dem eigenen Pkw oder dem Taxi, sollte darauf geachtet werden, dass die Dame an der Gehsteigkante aussteigen kann. Ein Kavalier der alten Schule öffnet seiner Begleitung erst die Autotür, dann die Eingangstüre. In der Garderobe hilft der Herr zunächst der Dame aus dem Mantel und entledigt sich erst danach seiner Sachen. Beim Verlassen ist genau umgekehrt vorzugehen, daher wird sich der Herr zuerst ankleiden, um dann der Dame behilflich zu sein. Zur Begrüßung werden die Gäste dem Anlass entsprechend begrüßt, meist wird eine Ballspende übergeben oder ein Getränk gereicht. Gibt es ein Eröffnungsprogramm, zum Beispiel in Form einer Polonaise, empfiehlt es sich, mindestens 30 Minuten früher zu erscheinen. Dadurch hat man genügend Spielraum bei der Platzwahl und vermeidet es, unnötig unter Zeitdruck zu geraten. Die Tisch- und Platzauswahl (so nicht vorreserviert) obliegt dem weiblichen Part, der Herr wählt den Platz daneben. Beim Sitzen sollten weder Sakko, noch Fliege oder Krawatte abgelegt werden, allerdings wird das Jacket am Tisch geöffnet. Zweireiher bleiben auch beim Sitzen geschlossen. Verlässt die Dame den Tisch, erhebt sich der Herr kurz bzw. deutet dies an, bei der Rückkehr wiederholt sich das Spiel. Ganz besonders höfliche Herren rücken der Dame den Stuhl zurecht. Nach dem Eingangsprogramm wird der Ball traditionellerweise mit den Worten „Alles Walzer!“ eröffnet und die Tanzfläche für die Gäste freigegeben. Zum Tanzen auffordern dürfen mittlerweile auch Damen die Herren. Die österreichische Etikette verbietet es den Herren, der Dame einen Korb zu geben. Nur wenn dieser im Dienst ist, z.B. ein Rettungshelfer oder Polizist, darf die Aufforderung abgelehnt werden. Umgekehrt müssen die Herren durchaus mit einer Absage rechnen, diese sollte aber möglichst taktvoll erfolgen und die Dame sollte ein wenig Zeit vergehen lassen, ehe sie sich mit jemand anderem auf das Parkett begibt. Ist eine Dame in männlicher Begleitung, wird zunächst mit einem höflichen „Gestatten Sie?“ die Zustimmung eingeholt, danach erst wendet man sich an die Dame. Bei geschlossenen gesellschaftlichen Tanzveranstaltungen tanzt man zunächst mit seiner Begleitung oder dem zugeteilten Tischpartner. Je kleiner der Rahmen, desto eher wird erwartet, dass man nach Möglichkeit die Gastgeberin sowie alle am Tisch sitzenden Damen um einen Tanz bittet.

Oft wird bei Bällen eine sogenannte Mitternachtseinlage vom Veranstalter organisiert, dabei werden verschiedene Tänze dargeboten oder kleine Sketches aufgeführt. Nach der Unterbrechung nimmt der Ball wieder seinen gewohnten Lauf. Eine genaue zeitliche Begrenzung der Veranstaltung ist eher ungewöhnlich, insbesondere bei Maturabällen wird aber um ca. 2 Uhr Früh das Geschehen in ein (Übergangs-) Lokal verlagert, zwischen 6 Uhr 8 Uhr findet meist ein Sektfrühstück statt.

Kleidung

Die Wahl des Outfits sollte immer im Zusammenhang mit der Art des Balles getroffen werden, oft ist auf der Einladung ein entsprechender Dresscode vermerkt.

Generell liegt der Herr mit einem dunklen Abendanzug oder einer Gesellschaftsuniform richtig. Manche Veranstaltungen verlangen nach einem Smoking, der Opernball nach einem Frack. Ein wichtiges Merkmal sind die Schuhe, sie sollten immer sauber und gepflegt sein. Die falsche Krawatten- oder Fliegenwahl sowie zu kurze Socken zählen zu den gängigen Fehlern. Kopfbedeckungen sind für beide Geschlechter meist unangebracht.

Bei der Dame spielt die Länge des Abendkleides, die dem Alter und der Konstitution entsprechen sollte, eine wesentliche Rolle. Bei offenen Schuhen kann auf Strümpfe verzichtet werden, zur großen Abendrobe gehören jedoch geschlossene Abendschuhe mit Strümpfen. Vermeiden Sie bunte und gemusterte Designs und greifen Sie stattdessen lieber zu zarten, hautfarbenen Strümpfen ohne Naht. Zu einem langen Kleid trägt man entweder einen langen Mantel oder ein kurzes Jäckchen. Eine passende Stola schützt im Inneren des Tanzsaales gegen Zugluft. Handtaschen sind von kleinerem Format, zum Beispiel eine Clutch, und sollten Schminkutensilien, Spitzentaschentuch und Kleingeld enthalten. Lange Handschuhe sind das i-Tüpfelchen für jedes Outfit. Sie dürfen, außer beim Essen, den ganzen Abend getragen werden. Schmuck rundet das Bild ab, bei sehr besonderen Ereignissen darf auch gerne der große Familienschmuck getragen werden. Unbedingt zu vermeiden sind schlecht sitzende Frisuren, billiger Schmuck, schlecht gepflegte Fingernägel oder sichtbare Unterwäsche.

Beim Wiener Opernball, dem offiziellen Höhepunkt in der österreichischen Ballsaison, gilt hingegen: Frack mit weißer Fliege für den Herren bzw. ein langes Abendkleid aus edlen Stoffen für die Dame. Zum Frack trägt der Herr eine Taschenuhr oder eine flache Armbanduhr, außerdem sind Lackschuhe Pflicht. Weitere mögliche Utensilien sind Zylinder, Seidenschal sowie Seidenhandschuhe und als Darüber ein Cape, die jedoch allesamt an der Garderobe abgegeben werden.

Bei Bauernbundbällen wiederum sind Dirndl und Trachtenanzug angemessen.

Unser Tipp

Für weitere Tipps besuchen Sie den Ballguide von Zalando.