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Maturabälle – die Jugend gibt den Ton an

Maturaball – die jungen Balltiger sind los.

Mit November startet in Österreich jährlich die Maturaballsaison. Immer professioneller organisieren die jungen Balltiger Ihr wohl größtes Schulevent.
Wo aber bleibt ihre Professionalität im Ballsaal? Knigge2day verrät die nötigen Tipps und Tricks.

Die Vorbereitungen
Bereits viele Monate vor dem großen Abschlussball beginnen seine Vorbereitungen. Das perfekte Motto, dazupassende Einladungen, Dekoration und Polonaisemusik werden ausgewählt, die Mitternachtseinlage geprobt. Als wahre Ballorganisationsprofis entpuppt sich dabei so manche Maturaklasse. Walzer wird geübt, Schrittkombinationen einstudiert, Kleider und Anzüge anprobiert – da bleibt keine Zeit für die gute alte Manierenschule.

Perfekte Manieren und der passende Umgang mit seiner Begleitung sind es aber, die einen Ball erst wirklich zur runden Sache werden lassen. Das gilt auch für die Jugend. Einfache Regeln helfen dabei, den Abend zum vollen Erfolg werden zu lassen.

Am Abend selbst
Erfolgt die Anfahrt mit dem eigenen Pkw oder dem Taxi, sollte so gehalten werden, dass die Dame an der Gehsteigkante aussteigen kann. Ein Kavalier der alten Schule öffnet seiner Begleitung erst die Autotür, dann die Eingangstüre.

In der Garderobe wartet das nächste Fettnäpfchen. Denn entgegen vieler Beispiele in der Praxis hilft der Herr zunächst der Dame aus dem Mantel und entledigt sich erst danach seiner Sachen. Beim Verlassen vollzieht sich der Akt im Übrigen umgekehrt. Hier darf der Herr schwitzen, während er der Dame wieder in ihre Winterbekleidung hilft.

Die Tisch- und Platzauswahl (so nicht vorreserviert) obliegt dem weiblichen Part. Der Herr wählt den Platz daneben. Etwas altmodisch mag der nächste Tipp anmuten: Verlässt die Dame den Tisch, erhebt er sich kurz bzw. deutet dies an, bei der Rückkehr wiederholt sich das Spiel. Ganz besonders höfliche Herren rücken der Dame auch noch den Stuhl zurecht.

Zum Tanzen auffordern dürfen mittlerweile auch Damen die Herren – ohne bitteren Beigeschmack. Keine Angst, die österreichische Etikette verbietet den Herren, der Dame einen Korb zu geben. Nur wenn dieser im Dienst ist, z.B. ein Rettungshelfer oder Polizist, darf die Aufforderung abgelehnt werden. Umgekehrt müssen die Herren durchaus mit einer Absage rechnen. Zur „Bestrafung“ muss diese Dame dann allerdings ein Stück lang warten, bis sie sich mit einem anderen aufs Parkett werfen kann.

Achtung: Kaugummi und eingeschaltete Mobiltelefone haben beim Walzerschritt nichts verloren.

Unser Tipp: Diese Benimmregeln gelten im Übrigen nicht nur für die jungen Balltiger. Auch so manch älterer Ballbesucher könnte sie sich ruhig wieder einmal zu Herzen nehmen.